Keine Panik vor der Steuer: Erfahrung aus der Selbstständigkeit
Shownotes
Steuererklärungen, Umsatzsteuer, Einkommenssteuervorauszahlungen – klingt nach einem Albtraum? In dieser Folge nehmen Kathi und Sonja das Thema Steuern unter die Lupe und teilen persönliche Erfahrungen und bewährte Strategien, um den Überblick zu behalten. Von den Herausforderungen der ersten Jahre in der Selbstständigkeit bis hin zu cleveren Tipps zur Rücklagenbildung: Wir zeigen, wie man sich den Steuerstress sparen kann. Eine ehrliche, praxisnahe und motivierende Folge für alle, die sich auf den Weg in die Selbstständigkeit machen oder schon mitten drin stecken. Spoiler: Das Finanzamt ist gar nicht so schlimm, wie man denkt!
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00:00:02: Kathi Sonja, heute sprechen wir vielleicht mal über ein Thema, was vielleicht nicht ein Lieblingsthema wird, aber wo ich glaube, dass es wichtig ist. Gibt es was, was du zum Thema Steuern gerne gewusst hättest, bevor du dich selbstständig gemacht hättest? Ich glaube, das wäre heute so mein Plan für heute, das zu beantworten.
00:00:24: Sonja Hegel Was heißt gewusst hätte? Also wie alle wissen, ist ja das Thema, also Finanzen an sich, Geld finde ich super, wissen wir ja. Einkommen ist immer toll. Ich finde Buchhaltung ja so mäßig toll, habe mich damit aber übrigens auch angefreundet mittlerweile, von daher das geht. Genau, und dann kommt das Thema Steuern.
00:00:45: Sonja Hegel Ja, was heißt, hätte ich gerne vorher gewusst. Es gibt auf jeden Fall ein Thema, was ich total froh bin, ehrlich gesagt. Das ist mir in den ersten Monaten eigentlich schon in meiner Selbstständigkeit jemand mal erzählt hat. Und zwar ist das so ein bisschen so ein Stolperstein, glaube ich. Ich will es auch im Nachhinein, oder ich habe mich mit anderen unterhalten, die so mal ihre Selbstständigkeit rekapituliert haben, geht es vor allem in Richtung Einkommenssteuer.
00:01:12: Sonja Hegel Es ist ja immer schön, wenn wir so Geld verdienen und Umsatz machen in der Selbstständigkeit, dass wir, genau, wie ich eben schon gesagt habe, das Geld reinkommt. Aber es gibt ja noch ein paar andere in Deutschland, die dann oder im Bund, sag ich mal, die da die Hand aufmachen, auch gern was davon abhaben wollen, verständlicherweise. Und genau, das kommt eben auf uns zu. Und eines natürlich ist das Thema Umsatzsteuer, dass ja zumindest ab einer gewissen Umsatzstärke
00:01:40: Sonja Hegel relevant wird, aber dann eben das Thema Einkommensteuer und vor allem Einkommensteuervorauszahlung. Ehrlich gesagt hatte ich nicht gewusst, dass es irgendwann zu dem Punkt kommt, dass man die vielleicht mal vorauszahlen muss. Ich kannte das aus der Anstellung heraus nur so, dass automatisch Einkommensteuer abgeführt wurde für mich und wenn ich Lust hatte, konnte ich dann im Privaten eine Einkommensteuererklärung einreichen und wenn ich Glück hatte, kam dann was zurück.
00:02:07: Kathi hängt immer davon ab bei ganz ganz vielen Leuten, wie weit die Arbeitsstelle vom Wohnort entfernt ist und wie viel Kilometer man macht. Und ich glaube bei Tierärztinnen ist immer noch so die Besonderheit, man kann angeben, wenn man die Dienstwäsche in der eigenen Waschmaschine wäscht.
00:02:10: Sonja Hegel Genau. Genau.
00:02:20: Kathi Das kann man noch so ein bisschen absetzen, wenn man sich Dienstkleidung selber kaufen musste, wenn man Bewerbungen hatte, also eine Bewerbung in dem ja, solche Sachen können wir ja alle Geld machen. Das habe ich auch immer artig gemacht. Ich muss gestehen, für mich ist das Thema Steuern, ich weiß nicht, aber ich finde, es fühlt sich immer so ein ganz bisschen illegal an, was man da macht, weil, also so als hätte man immer das Gefühl, also für mich war das irgendwie so ein Riesenthema, so ja, ich weiß, dass man Steuern zahlen muss, wenn man ein Unternehmen hat, aber es war immer so,
00:02:50: Kathi wie so eine riesen Blackbox und irgendwie schwebt über mir immer so ein bisschen die Angst, irgendwas falsch auszufüllen, was falsch zu machen. Das heißt, ich finde, das Thema ist einfach irgendwie so ein bisschen negativ behaftet in unserer Gesellschaft, alleine weil man so das Gefühl hat, Steuersünder werden härter bestraft als so manch andere Straftaten und selbst wenn man alles richtig machen will, hat man manchmal so ein bisschen das Gefühl, oh Gott,
00:02:58: Sonja Hegel Mhm. Mhm.
00:03:15: Kathi Und ich hatte auch in meiner Unternehmenszeit jetzt schon mehrfach die Situation, dass ich einen Steuerbescheid bekommen habe über eine Umsatzsteuer in dem Fall, die ich jetzt bitte bezahlen soll.
00:03:28: Kathi Die Finanzkasse versteht gar keinen Spaß, wenn man solche Sachen ein bisschen liegen lässt und ein bisschen später bezahlt. Da ist dann nicht so fünf Euro Mahnkosten darauf, sondern so fünf Euro pro Tag, den ihr die Frist überschritten habt. Und dann kommen da mal eben irgendwie locker 30, 40 Euro zustande, nur weil ihr irgendwie drei oder vier Tage später das überwiesen habt. Deswegen habe ich gelernt, das einfach nicht mehr zu tun. Aber auch das war eine harte Lektion.
00:03:57: Kathi Weil einfach, ja, das war halt einfach, weil halt einfach, ja, meine Steuerberaterin ist leider nicht so, die macht das manchmal in so sehr komischen Rhythmen, die sie die Sachen da angibt. Da muss ich auch nochmal mit ihr sprechen, dass das besser wird. Und dann habe ich die Situation, dass ich auf einmal ganz viel Umsatzsteuer bezahlen muss und mich das immer wieder überrascht. Dabei ist eigentlich, und da können wir jetzt vielleicht schon mal ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, wie man seinen Steuerfluss so ein bisschen besser plant.
00:03:57: Sonja Hegel Lehrgeld heißt das.
00:04:26: Kathi Ich habe mir eine Tabelle angelegt, wie viel Umsatz wir machen. Und bei mir ist die Besonderheit, dass ich nicht nur 19 Prozent Steuer habe, sondern auch 7 Prozent. Ich weiß gar nicht, auf Futtermittel, wie ist es bei Medikamenten? Haben die auch 7 oder 19 Prozent? Weißt du das? Könnte durchaus sein. Das heißt, dass aber einfach in der Tiermedizin
00:04:40: Sonja Hegel Oh, das weiß ich gar nicht. Nee, ich glaube, ich glaube aber auch 7, oder? Oh, so tief sind wir drin im Thema.
00:04:51: Kathi Gut, dass wir uns einen Podcast aufnehmen. Das heißt, ihr müsst euch einfach klar sein, dass es unterschiedliche Steuersätze gibt und vielleicht einfach mal, das wäre der erste Schritt, sich zu überlegen, welche Steuersätze spielen bei mir in der Praxis eine Rolle. Habe ich nur 19%, habe ich auch 7% und ich habe eine ganz tolle Tabelle, wo ich genau sehe, wie viel Mehrwertsteuer ich in welchem Monat bezahlen musste.
00:05:12: Kathi Jetzt ist es ja aber ein bisschen gemein, weil meine Tabelle nur so halb stimmt, denn ich habe da nur die Einnahmen drin. Bei den Ausgaben zahle ich ja Mehrwertsteuer, die von meiner Mehrwertsteuer ja quasi wieder abgezogen wird. Das heißt, ich muss gar nicht die Summe bezahlen, die eigentlich in meiner Tabelle steht. Deswegen war ich da ein bisschen gutgläubig und habe gedacht, ach, ich werde schon genug selber Mehrwertsteuer bezahlt haben. Ja, meine Rechnung ging dann nicht auf. Aber ich konnte die Rechnung bezahlen, das Finanzamt war glücklich und wir konnten weitermachen.
00:05:41: Sonja Hegel Ja, da habe ich tatsächlich auch mittlerweile den Fall, dass ich, also das ist eine Angehundung für mich, das wird sofort rausgelegt, also wenn ich Umsatz gemacht habe, geht sofort die Umsatzsteuer auf ein Fonto, auf ein separates, einfach um
00:05:57: Sonja Hegel da nicht hinzukommen. Und bei mir ist es tatsächlich mittlerweile so, dass ich monatlich meine Umsatzsteuervorauszahlung machen muss. Das heißt, ich muss monatlich die Buchhaltung gemacht, den Monatsabschluss gemacht und ich zahle dann schon mal die Umsatzsteuer und überweise die sofort. Das heißt, ich umgehe das Thema mit der Finanzkasse. Weil ja, ich bin ja auch so jemand, wenn so ein Brief kommt, so ein von Amts wegen Brief, dann werde ich sehr nervös. Da kann auch drinstehen, wir wünschen Ihnen einen schönen Tag. Das glaube ich nicht.
00:06:02: Kathi Vielen Dank für's Zuschauen.
00:06:24: Sonja Hegel Also da krieg ich sofort nase Hände, wo ich noch nie, also ich hab mir echt nichts zu Schulden kommen lassen. Aber ich hab da echt, weiß auch nicht, krieg ich echt kribbeln und werde ich sehr nervös. Deswegen bin ich, sobald das im Brief kommt, sehr hinterher, das auch sofort zu erledigen. Weil die drohen an mir immer direkt mit irgendwelchen Rechtstexten und am Ende steht da drin, wenn man das googelt, dass man ins Gefängnis wandert. Also irgendwie, da bin ich sehr, weiß ich auch nicht, gebrieft.
00:06:47: Sonja Hegel Von daher ist das tatsächlich für mich eigentlich eine sehr komfortable Situation gerade, wie ich finde, weil ich diese Redouille nicht so schnell habe. Weil ich nehme halt ein, das Geld wird zurückgelegt und dann wird Ende des Monats direkt eine Überweisung getätigt. Und dann bin ich aus dem Thema Umsatzsteuer raus, weil das ist ja einfach nur so ein durchlaufender Posten. Da bin ich sehr, sehr happy. Und dann alles, was ich am Ende des Jahres noch habe, in den Jahresabschluss, gibt es dann natürlich nochmal
00:07:13: Sonja Hegel sozusagen den Review, ob noch etwas dazugekommen ist, Ausgabeneinnahmen, die vorher nicht abgeführt worden sind, da kann man es ja entsprechend dann updaten und dann gibt es eine Nachzahlung oder noch eine Rückzahlung.
00:07:27: Sonja Hegel Mal schauen, jetzt bin ich ja so viel unterwegs und habe nicht mehr so viele Ausgaben. Mal gucken, wie das in dem nächsten Fall dann, im nächsten Mal dann wird, ob ich da noch, das zählt die Pendlerverschale leider nicht, auch wenn ich weit reise, das interessiert ja leider niemanden. Daher bin ich mal gespannt, wie es dann nächstes Jahr aussieht. Aber das ist so das Thema Umsatzsteuer, also auch ein spannendes Thema. Ist ja eine Rolle, spielt eine Rolle. Ich meine, wir reden ja ganz viel über
00:07:51: Sonja Hegel So Sachen wie, dass man sich ein Zeitbusiness aufbauen kann, dass man seine Einkommensströme verbreitet, also auch als Angestellter Tierarzt, Tierärztin oder TFA. Da gibt es ja noch so Ausnahmen. Dieses Thema Umsatz, da kommt ja gar nicht auf alle zu. Es gibt ja die Kleinunternehmerregung, nennt sich das dann, also nur mal ein Stichwort für alle, die überlegen, sich irgendwie selbstständig zu machen oder sich gerade was aufbauen, sich da mal mit zu beschäftigen. Weil, wie Kati schon gesagt hat, Finanzamt kennt überhaupt keinen Spaß. Also wenn man das nicht anmeldet, dann wird es ganz schnell eklig.
00:08:22: Sonja Hegel Genau, da ist aber das Thema, dass man eben nicht unbedingt Umsatzsteuer zahlen muss, also sich befreien lassen kann, aber dann eben auch keine Gelden machen kann. Das ist halt so eine Grundüberlegung, die man, glaube ich, hat.
00:08:34: Kathi Ja und da, genau und da kann ich vielleicht noch was sagen. Also ich weiß, dass halt, ich habe immer so die Sorge, dass das Thema Steuern ein Grund ist, warum Leute sich nicht trauen, sich selbstständig zu machen. Und das finde ich so schade.
00:08:51: Kathi Denn ihr merkt auch, Sonja und ich reden da jetzt so ein bisschen flapsig drüber, obwohl es für uns beide ein Thema ist, was uns nicht das Angenehmste ist, aber wir kriegen es irgendwie hin. Und wenn ihr euch mit sowas nicht auskennt, gerade beim Thema Steuer, gibt es ja die Möglichkeit, sich da ExpertInnen mit ins Boot zu holen und sich von der Steuerkanzlei eben dementsprechend beraten zu lassen, sodass ihr davor auch gar nicht so Angst haben müsst. Und gerade mit diesem Side-Business in Anführungsstrichen,
00:09:18: Kathi Ich habe während des Studiums meinen allerersten Online-Kurs, meinen allerersten Online-Shop gegründet und den musste ich natürlich auch in meiner Einkommenssteuer dann geltend machen, weil ich da natürlich Einnahmen hatte. Ich war Studentin hauptberuflich sozusagen, darüber war meine Krankenkasse abgedeckt und all solche Sachen.
00:09:35: Kathi Und ich habe von dieser kleinen Unternehmerregelung, die Sonja gerade angesprochen hat, die habe ich genutzt. Das heißt, ich habe weder Umsatzsteuer abführen dürfen. Das heißt, wenn ich jetzt eine große Warenbestellung gemacht habe, habe ich keine Umsatzsteuer wiederbekommen.
00:09:51: Kathi Ich habe aber auch von meinen Kunden keine Umsatzsteuer genommen. Das heißt, das war ein Plusminus-Null-Geschäft. Das heißt, dass bei mir nur Endkunden einkaufen konnten. Also wenn ihr euch jetzt fragt, ja, was ist denn da jetzt der Nachteil? Ihr seid als Anbieter uninteressant für Firmenkunden, weil die bei euch den vollen Preis bezahlen müssen und teilweise dann eben die Mehrwertsteuer nicht wiederbekommen. Das wäre sozusagen ein
00:10:13: Kathi Negativpunkt. Wenn ihr jetzt aber sagt, ja, aber das, was ich machen möchte, richtet sich sowieso nur an Endkunden, ja, dann ist das total egal, weil die zahlen den gleichen Preis, egal, ob da jetzt eine Mehrwertsteuer draufsteht oder nicht. Und diese Steuererklärung habe ich als überhaupt nicht kompliziert empfunden. Also man trägt einfach nur ein, was habe ich an Einnahmen gemacht, was habe ich an Ausgaben gemacht. Und dann ist das eine sogenannte Einnahmenüberschussrechnung. Die gibt man bei sich im Elstar einfach ein. Das ist ein eigenes Formular, da trägt man
00:10:42: Kathi Und in den wenigsten Fällen musste ich nachweisen, dass meine Einnahmen oder Ausgaben gestimmt haben. Das soll ich euch jetzt nicht dazu einladen, irgendwas da anzugeben. Es war nur so, dass in einigen Fällen hatte ich mal so und so viel Umsatz oder so, und dann haben die mal nachgefragt, weil da eine Rechnung dabei war, wo ich sehr, sehr viel eingekauft habe. Ich glaub, über 5000 Euro bei einem Hersteller. Und dann haben die mich gebeten, diese Rechnung doch bitte einmal vorzuzeigen. Dann hab ich denen die geschickt.
00:11:10: Kathi Und in einem anderen Jahr haben sie mich ein bisschen genauer kontrolliert. Da haben sie mich dann um Kontoauszüge des gesamten Jahres gebeten, um das so ein bisschen validieren zu können. Habe ich denen geschickt, war überhaupt kein Problem in allen anderen Jahren. Ich glaube, ich habe das fünf oder sechs Jahre gemacht.
00:11:26: Kathi reichte es zu sagen, hör zu, ich habe Summe X Einnahmen gehabt und Summe Y Ausgaben. Daraus habe ich einen Gewinn XY erwirtschaftet und diesen Gewinn musste ich dann als mein Einkommen versteuern. Dadurch, dass ich nicht, dass ich Studentin war und keine anderen Einnahmen hatte, habe ich nie irgendwelche Einkommenssteuergrenzen erreicht.
00:11:45: Kathi hab nie zusätzlich Einkommenssteuern bezahlt und hab das als sehr einfach empfunden. Und ich glaube, das hat mir so ein bisschen auch die Hürde genommen, dass ich gedacht hab, okay, wenn ich jetzt eine größere Firma mache und auch einkommensschlüchtig bin, das kriegt man schon irgendwie hin. Also habt da keine Panik. Und wenn ihr über so was nachdenkt, lasst euch bitte das nicht von den Steuern vermiesen. Das wäre richtig malig, ehrlich gesagt.
00:12:07: Sonja Hegel Auf jeden Fall. Ich bin ja auch kein Crack, was das angeht. Aber ich habe mir gedacht, andere kriegen es ja auch hin, dann werde ich das auch irgendwie hinkriegen. Bisher hat es auch gut gepasst. Man kann es ja beraten lassen. Disclaimer auch an der Stelle, wenn das Thema relevant ist und ihr da Hilfe braucht, lasst sich da von Steuerfachkanzlei oder Steuerberatung beraten.
00:12:28: Kathi Vielen Dank.
00:12:36: Sonja Hegel Wobei ich ja so ein bisschen in Clinch liege mit dieser Steuerberatungsthematik, aber das ist ein anderes Thema. Genau und was ich halt noch spannend finde, ist dieses Thema der Einkommenssteuerregelung, weil ich habe jetzt gerade so den Fall und deswegen haben wir auch viel Sprechen darüber. Du hast mich am Anfang gefragt,
00:12:55: Sonja Hegel was hätte ich gerne oder was vorher gewusst oder was hätte ich gerne oder was war gut für mich, dass ich das gewusst habe. Mir hat irgendwann jemand mal den Tipp gegeben, hey, achte ein bisschen auf das Thema Einkommensteuern, weil es ist so bekannt, dass das erste Jahr der Selbstständigkeit, da wird in der Regel nichts fällig, weil das Geschäft vielleicht noch nicht direkt durchstartet und ist häufig wie Minus, also ist eigentlich ganz entspannt. Also man macht nicht viel Umsatz, ist auch kein einfaches Jahr unbedingt, haben wir auch schon über gesprochen, wieso das erste Jahr bei uns abgelaufen ist.
00:13:24: Sonja Hegel Aber dann, irgendwann kommt halt dann, wenn der Umsatz kommt, ja, kommt auch die Einkommenssteuer. Und nachdem man so das erste Mal eine Einkommenssteuererklärung gemacht hat und einen Steuerbescheid bekommt, dann ist es so, dass das Finanzamt einen auf einen Steuersatz fest setzt und dann Vorauszahlungen fordert. Um natürlich sicher zu gehen, dass die Steuern auch bezahlt werden und man nicht zwischendurch mit dem Geld was anderes macht und dann im Zweifel irgendwann sagt, ich kann die Steuer gar nicht bezahlen.
00:13:53: Sonja Hegel Und bei mir ist das jetzt eben gerade so gewesen, dass ich für 2023 meine Steuererklärung abgegeben habe. Und wir haben jetzt den Bescheid bekommen und es war tatsächlich so, dass eben eine Einkommensteuerzahlung fällig wurde in einer gewissen Höhe. Fünfstellig.
00:14:13: Sonja Hegel Und jetzt ist es so, dass dann in diesem Brief direkt klargemacht wurde, dass ich ab jetzt vierteljährlich eine Einkommenssteuer-Vorauszahlung zu machen habe, in Höhe einer gewissen Summe. Und das ist so die Krux, weil ich habe dann gehört, wie gesagt, das hat mir jemand im ersten Jahr meiner Selbstständigkeit mal so gesteckt, diese Information, dass es sein kann, damit ich mir halt, ja,
00:14:38: Sonja Hegel genug zurücklege und nicht halt alles ausgebe, was ich verdiene, sondern das im Blick behalte. Weil es sowieso ist, dass viele, die das noch nie gehört haben, dann aus allen Wolken fallen. Ja, und dann können sie ihre Einkommenssteuer vorauszahlen. Also vielleicht noch die Nachzahlung gerade so machen, aber die Vorauszahlung wird dann schon schwierig. Und dann ist das Thema Selbstständigkeit ziemlich schnell beendet für viele. Und das finde ich glaube ich wichtig, dass man das mal gehört hat, dass das ein Thema sein kann und sich eben Gedanken macht, wie man den ganzen vorbeugen kann.
00:15:08: Kathi Genau, und das ist auch der Grund, warum wir das heute machen. Denn ihr müsst euch überlegen, also ich habe auch schon eine Einkommenssteuer abgegeben und bei mir war es ein ganz bisschen anders als bei dir. Ich habe nicht gleich dann diese Vorauszahlung bekommen, weil ich im ersten Jahr Minus gemacht habe.
00:15:20: Sonja Hegel Hm. Ja.
00:15:24: Kathi Und das ist natürlich auch nochmal ein anderer Case. Das heißt, im Endeffekt ist es in dem Moment relevant, wo ihr ein Plus erwirtschaftet, also alles, was ihr an Plus erwirtschaftet habt am Ende eines Jahres abzüglich aller Kosten, also Personal, Räumlichkeiten, was auch immer und Umsatzsteuer eben sozusagen, ist der
00:15:44: Kathi Gewinn, den ihr habt. Und das ist euer Einkommen. Und ich sage das vielleicht, manche hören das jetzt und denken, ja, ist doch total logisch. Für mich war das am Anfang nicht logisch. Ich musste das erst mal so verstehen. Weil dadurch, dass ihr quasi die Firma seid, ist alles Geld, was übrig bleibt, euer Geld. Und das wäre quasi euer Einkommen. Und dieses Einkommen müsst ihr jetzt, genauso wie alle Angestellten auch, eben versteuern. Und das kann halt je nach Steuersatz, ob ihr verheiratet seid und so weiter und so fort,
00:16:13: Kathi Ich weiß gar nicht, aber 40 oder 50 Prozent sollte man noch mindestens rechnen, oder? Okay.
00:16:17: Sonja Hegel Nee, so viel ist es nicht. Das ist ja, das höre ich ja auch immer, 40% müsste man überall zahlen, das ist es nicht. Das gibt auf dem Papier, wo der Spitzensteuersatz liegt, das ist immer mit 40%, aber de facto zahlt das keiner. Da kommst du nicht hin so schnell. Aber bei mir ist es jetzt schon so, das kommt ja ein bisschen an am Ende, was man auch umsetzt, wie viel am Ende übrig bleibt, welchen Jahresumsatz oder Gewinn man gemacht hat.
00:16:44: Sonja Hegel Da gibt es ja auch noch Abzüge und Freibeträge. Und wie du schon gesagt hast, wenn man verheiratet, ist auch nochmal so Sonderstellungen. Aber trotzdem kann es eben sein, also bei mir ist es jetzt so, dass ich 25 Prozent gehe und ich glaube, damit großzügig kalkuliert habe. Aber so, dass ich eben sage, 25 Prozent von dem, was ich an Gewinn einnehme, ist meine Einkommensteuer und die gehe ich zurück.
00:17:09: Sonja Hegel Aber es ist eben ein Viertel, also das ist der Punkt, das ist ein Viertel. Und das muss man sich mal vor Augen führen, weil es macht ein Viertel aus von dem, was ich umsetze. Und es ist so, dass ich am Ende des Jahres vielleicht sage, oh, das war ja ganz cool, aber wenn ich dieses Viertel, wenn ich ein Jahr einen guten Umsatz gemacht habe und sage, da kann ich jetzt gut von leben oder da komme ich gut mit zurecht und dass ich nochmal ein Viertel draufzahlen muss und das halt rausholen muss, das muss schon auch da sein. Also das finde ich schon nicht unbeträchtlich die Höhe.
00:17:09: Kathi Graz.
00:17:34: Kathi Ja, ich hatte halt mal irgendwann von jemandem den Tipp gehört, wenn du dir, also quasi dass man, aber ich weiß nicht, ob das in der D-Medizin praktikabel ist, wenn du quasi zwei Euro Umsatz gemacht hast, pack einen beiseite, dann bist du immer auf der richtigen Seite. Also,
00:17:49: Sonja Hegel Wäre ja, genau, dann hast du den, aber nur für die Einkommen, fürs Einkommenssteuerthema oder? Ja. Ja.
00:17:53: Kathi für alle Steuern, Umsatz und so weiter und so fort. Also wenn du quasi zwei Euro Umsatz machst, packst du ein Euro beiseite auf ein separates Konto und kannst davon alle Forderungen des Finanzamtes bedienen, völlig egal, ob das jetzt eine Mehrwertsteuerforderung, also eine Umsatzsteuerforderung ist oder eben eine Einkommenssteuerforderung, damit du einfach da
00:18:12: Kathi eine Rücklage hast, auf die du jederzeit zugreifen kannst, dass man einfach sagt, ah, guck mal, wir haben diesen Monat fast 20.000 Euro Umsatz gemacht, 10.000 packen wir beiseite. Und das sind halt aber einfach, wo man sagt so, boah, Wahnsinn, das sind halt einfach Dimensionen, die man nicht unterschätzen darf. Und du hast es eben angesprochen, in dem Moment, wo ihr die Einkommenssteuer bezahlt,
00:18:24: Sonja Hegel Mhm. Genau.
00:18:31: Kathi müsst ihr das bezahlen, was gerade von dem Jahr aufgelaufen ist und ein paar Tage später schon die nächste Zahlung. Also da ist dann ein super kurzes Zeitfenster zwischen den Altlasten und dem Neuen. Und meine Steuerberaterin hatte damals es so gemacht, dass ich habe noch so ein Sonderkredit irgendwie bei mir. Ich kann jederzeit noch
00:18:53: Kathi weiß nicht, 10.000 Euro, glaube ich, einfach jederzeit nehmen als Kredit. Und die hat sie gesagt, die fasst du nur an, wenn die Einkommenssteuernachzahlungen kommen, damit du Bescheid weißt. Und die hat mir das halt quasi am Anfang gesagt, hör zu, das wird in drei oder vier Jahren, wir machen diesen Kredit auf fünf Jahre, die Wahrscheinlichkeit relativ groß sein, dass du dann in die Prädurie kommst, dass du eine Forderung vom Finanzamt bekommst, die du nicht bezahlen kannst. Das ist
00:18:57: Sonja Hegel Mhm.
00:19:18: Kathi relativ normal, weil am Anfang klingt es toll, legt so viel beiseite. Wenn ihr aber natürlich mehr Personalkosten habt, könnt ihr ja nicht zu eurem Personal sagen, Jo, Edgypatch, ich muss über die Steuern beiseitelegen. Es gibt ja einfach Rechnungen, die bezahlt werden müssen, so oder so. Und sei es Miete, Personal, was auch immer. Und so war es bei mir der Fall, dass ich im ersten Geschäftsjahr eben nichts beiseitelegen konnte. Auch im zweiten schwierig war, ich hab jetzt im dritten Geschäftsjahr dann damit angefangen,
00:19:45: Kathi Gut, ich hab auch im ersten so viel Minus gemacht, dass ich gar kein Einkommensteuer zahlen muss. Das ist aber natürlich Trick 17. Übrigens, wenn ihr ganz viel Minus macht, müsst ihr auch keine Steuern zahlen. Die sind dann nett und sagen nicht noch, gib uns noch mehr. Dann sind sie doch mal gnädig, netterweise.
00:19:56: Sonja Hegel Ja, so ging's mir ja auch. Ja. Ja. Genau.
00:20:04: Sonja Hegel Ja, wenn nichts eingenommen wurde, dann nehmen sie nichts. Das ist schon okay. Das ist schon in Ordnung. Aber so ging es mir auch. Das war ja auch das erste Jahr, wo ich dachte, das war meine Investition. Da habe ich eher draufgelegt. Da kam halt nichts und jetzt war die erste richtige Einkommensteuererklärung aus dem ersten Jahr wirklich Umsatz da war. Und wie gesagt, bei mir war es jetzt so, dass ich das halt wusste und ich hatte das
00:20:28: Sonja Hegel hatte das, also ich bin da jetzt völlig fein, ich komme da gut mit klar mit der Situation, aber es tut halt schon auch ein bisschen weh, muss ich auch sagen. Und ich finde es einfach total wichtig, das, wie gesagt, finde ich einfach wichtig, das mal gehört zu haben, dass das eben auf einen zukommt und dass man das einfach von Anfang an halt bedenken soll. Und bei mir übrigens ist es jetzt auch so, dass es, ich habe eh schon daran gearbeitet, aber dass ich jetzt dem zufolge
00:20:33: Kathi Mhm.
00:20:53: Sonja Hegel jetzt nochmal erst recht auch mein persönliches oder mein Kontenmanagement nochmal anpassen werde, um das noch klarer und einfacher zu machen. Ich weiß nicht, hast du, du hast ein Geschäftskonto und davon machst du alle Verteilung, glaube ich, hast du mir schon mal gesagt, oder? Ja.
00:21:11: Kathi Ja, genau. Also ich habe ein Geschäftskonto und halt noch ein Paypal-Konto, weil beim Onlineshop wahnsinnig viel über Paypal abläuft.
00:21:18: Kathi Im Endeffekt werden alle Einnahmen von Paypal dann einfach auf das Geschäftskonto rübergebucht. Und damit hab ich quasi ein Konto, auf dem ich sehe, ah, das ist die Summe X, die ich jetzt gerade zur Verfügung habe. Ich komm damit gar nicht so gut klar. Also, deinen Impuls nehm ich jetzt aus dieser heutigen Folge auf jeden Fall mal mit, mir mal Gedanken zu machen, wie ich das vielleicht besser machen könnte. Ich weiß von dir, dass du ein sehr großer Fan von Madame Moneypenny bist, also ...
00:21:24: Sonja Hegel Ja. Jaja, genau, ja.
00:21:46: Kathi Natascha Weglin heißt sie, oder? Nicht, dass ich jetzt... Genau. Und die sagt, sparen muss man als erstes. Und im Endeffekt wäre, wenn wir das jetzt auf die Steuergeschichte umtragen, wäre, Steuern muss man als erstes wegpacken, weil wenn man nichts wegpackt, gibt man den Rest aus. Und das sehe ich bei mir selber auch. Also wenn ich nicht Sachen beiseite nehme und einfach sehe, okay, ich habe eine Summe x auf dem Konto zur Verfügung, dann investiere ich die auch. Und wir sind halt gerade
00:22:04: Sonja Hegel SWISS TXT AG, 2020
00:22:15: Kathi ein wachsendes Unternehmen. Das heißt, es gibt viele Ecken, an denen ich investieren kann und relativ schnell ist das Girokonto wieder leer. Und damit auch die Rücklagen, die ich eigentlich für die Steuer parken sollte auch. Dementsprechend habe ich vor ein paar Wochen, Monaten angefangen, die vom Geschäftskonto abzuziehen und die woanders zu parken. Aber das muss ich mir jetzt noch mal anschauen, ob das sinnvoll ist, ob ich das vielleicht noch mal besser mache, damit ich da einfach eine Rücklage habe für die Einkommenssteuer.
00:22:46: Sonja Hegel Ja, bei mir wird es tatsächlich so sein. Ich bin natürlich auch wirklich so selbstständig, dass ich auch nur alleine bin. Ich habe jetzt ja keine Angestellten, sondern immer wenn dann
00:22:55: Sonja Hegel Freie Mitarbeiter oder Freelancer oder so, die halt gegen Rechnungen arbeiten. Aber ich werde bei mir, das habe ich mir schon überlegt, gibt es verschiedene Modelle, wenn man sich damit beschäftigen möchte, wie man sich da gut aufstellen kann. Ich werde jetzt eins machen, wo ich eben mein Haupteinnahmekonto habe, das ist mein Geschäftskonto. Da gehen die Rechnungen, werden mit dem Konto rausgeschickt und da kommt eben die Einnahme rein.
00:23:15: Sonja Hegel Und dann ist das das ähnliche Prinzip, das das Sparen, was du im Privaten, wenn man da Manypenny ist, ging es ja um Private, wenn ich mich sparen möchte, dann geht das zuerst ab. Das sind nicht die Steuern in dem Fall, sondern das wäre in dem Fall mein
00:23:22: Kathi Mhm.
00:23:29: Sonja Hegel ... mein Profit-Konto oder mein Gewinnkonto. Also da wird ein kleiner Prozentsatz des Umsatzes ... ... wird dann auf ein Konto gepackt, wo ich ... ... ja so richtig so reinen Gewinn habe, ... ... der so für mich gedacht ist, als ... ... entweder um mal größere Investitionen zu machen, ... ... vielleicht für Weiterbildung oder aber auch mal ... ... um mal einen Kaffee trinken zu gehen, ... ... um mich mal für irgendwas zu belohnen, ... ... weil das mache ich noch sehr wenig. Also ich feiere, haben wir auch schon oft drüber gesprochen, ... ... noch ein bisschen wenig so Erfolge. Dafür wäre dann dieses Gewinnkonto.
00:23:57: Sonja Hegel Und dann wird es ein Konto geben, das habe ich jetzt auch schon gemacht, aber ich werde es umstellen, die Art der Konten. Es wird eins geben, was nur für Steuern gedacht ist, da werde ich
00:24:10: Sonja Hegel was ich eben schon gesagt habe, die Umsatzsteuer sofort drauf abführen und auch den Prozentsatz für meinen Einkommenssteuer. Und das ist ja auch aktuell zum Glück das, was auf mich zukommt. Wenn man irgendwie Gewerbe hat, dann kommen mir noch andere Sachen auf einen zu. Eventuell, das habe ich zum Glück alles nicht. Und dann gibt es natürlich mein privates Konto, mein Gehaltskonto, wo ich einfach wirklich für meine privaten Ausgaben mein Gehalt darauf überweisen werde. Das mache ich tatsächlich heute auch schon.
00:24:37: Sonja Hegel Und dann gibt es halt immer noch so diese Frage, da überlege ich gerade noch, was ich mit Betriebsausgaben mache. Also ich, dieses Modell, nachdem ich das hier gerade so ein bisschen runter erzählt habe mal, das nennt sich Profit First. Kann man mal nachgucken, das ist ein ganz spannendes Kontenmodell dahinter und auch eine interessante Einstellung. Da geht es nämlich auch genau darum, dass man eben
00:24:56: Sonja Hegel zum einen mal Gewinn hat, den man auch für sich als Gewinn nutzt und nicht immer weiter investiert und immer nur in den Hamsterrad drin hängt. Und zum anderen aber eben auch diese ganzen Sachen ordentlich aufgesetzt hat und seine Steuern und Finanzen einfach gut im Griff hat. Und die sagen eben, dass man auch noch ein Betriebskonto braucht, wo halt die ganzen, ja, laufenden Geschäftsausgaben drauf fallen. Das sind jetzt Gehälter oder aber auch Versicherungen, Material. Bei mir wären das vielleicht irgendwie Lizenzen für Software oder sowas hier Sachen.
00:25:26: Sonja Hegel Ich glaube, das wird mir zu viel. Wahrscheinlich wird das einfach mal innerhalb der Eingangskonto auch ausgehen in Zukunft, weil ich ja auch, wenn ich mit Freelancern arbeite, ist meine Geschäftspolitik auch gerne, wenn ich dann die Rechnung bezahlt habe, auch sofort deren Rechnung zu bezahlen. Ich finde das immer ganz schlimm, wenn man als Freelancer auf sein Geld warten muss und irgendwie der Cashflow nicht stimmt.
00:25:47: Sonja Hegel Von daher glaube ich, wird das auf dem einen bleiben. Aber dann ist bei mir halt so, dass ich im Geschäftskonto eins Haupteinnahme haben werde, dank dem Gewinnkonto und es wird ein Steuerkonto geben. Da idealerweise, da weiß ich gar nicht, ob es das gibt, vielleicht weißt du das, Tagesgeldkonten im Geschäftsbereich. Weil mein Geld, was da vor sich hin sauert, bis zur nächsten Vorauszahlung soll, im besten Fall noch ein bisschen was abwerfen. Hm.
00:26:10: Kathi Ja, genau. Also was Sonja meint ist, ich weiß nicht, ob das gerade ganz klar ist, wenn ihr die ganzen Steuern beiseite packt, dann läuft da ja eine gewisse Summe auf. Und wenn diese Summe auf einem Konto geparkt ist, wo ihr Zinsen bekommt, dann ist dieses Geld nicht ganz unnütz. Ich glaube, das wolltest du sagen, oder? Das ist die Idee. Genau.
00:26:27: Sonja Hegel Ja, auf jeden Fall. Also das ist meine Idee dahinter genau, finde ich immer sehr wichtig. Weil wir kennen es alle, die Inflation hilft uns nicht. Jetzt ist sie zu Glück ein bisschen entspannter aktuell, aber das Geld verliert einfach an Wert, wenn es blöd auf dem Konto rumliegt. Und wenn das Konto auch noch Geld kostet, dann ist es einfach nur ein Minus. Deswegen habe ich so die Überlegung, ob es das gibt auch als Tagesgeld. Ich glaube, da muss ich mich jetzt mal mit beschäftigen.
00:26:50: Sonja Hegel Genau, und dann geht es eben in den privaten Bereich. Also ich trenne das jetzt noch sauberer, als ich es früher gemacht habe. Dann geht es eben in das private, wie gesagt, mein Gehalt. Und dann gibt es da aber noch private Rücklagen und Altersvorsorge. Das sind dann wieder andere Konten. Aber das, ich merke das gerade schon. Also das sind aus, ich habe aktuell hatte ich vier. Das wären irgendwie fünf, sechs, sieben Konten. Und dann muss ich das eben schön nachhalten. In diesem Modell, in diesem Profit First, geht es eben dann auch darum, dass man sich irgendwie wöchentlich über Monatlichkeit hinsetzt.
00:27:17: Sonja Hegel Und immer das einfach einmal sortiert. Einmal die Überweisung macht. Ende der Woche gucken, was ist reingekommen und dann Überweisungen machen. Steuerrücklage, Profitrücklage, Gehalt und so weiter. Ist ein bisschen Arbeit, aber ich glaube, dann kann ich beim nächsten Brief, der vom Finanzamt kommt, ganz entspannt sein. Oh.
00:27:20: Kathi Mhm.
00:27:35: Kathi Ich muss jetzt wieder aktiv werden, weil das Finanzamt mir wieder Briefe geschickt hat mit Zwangsgeldandrohungen, die nicht korrekt sind und das hatten sie letztes Jahr schon den gleichen Fehler und dann habe ich letztes Jahr angerufen und dann haben sie das auch zurückgenommen und ja, jetzt haben sie mir den gleichen Fehler wieder geschickt und ich war so, hättet ihr nicht den einen Haken
00:27:54: Kathi den wir letztes Jahr als Fehler gemerkt haben, einfach für das nächste Jahr übernehmen können. Nein, ich muss mich jetzt wieder darum kümmern, dass das nicht stimmt. Und den hinterhertelefonieren und denen sagen, so liebe Leute, ihr habt das falsch eintragen. Und das ist ein bisschen nervig, aber gut, die waren dann ganz nett und haben auch den Zwangsgeldbescheid dann sofort aufgehoben. Aber mir natürlich drei oder vier Tage extrem hohen Puls verursacht letztes Jahr, weil ich richtig Panik gekriegt habe, dass ich was falsch gemacht habe oder so.
00:28:00: Sonja Hegel Und nein. Ja.
00:28:20: Kathi Dieses Jahr konnte ich relativ entspannt diesen Brief aufmachen und mich einfach nur ärgern und sagen, so ihr Idioten. Okay.
00:28:27: Sonja Hegel Aber das finde ich total gut, dass du es mal sagst, was ich auch gelernt habe, und das habe ich auch im Laufe meines ersten Jahres gelernt, die sind meistens total nett beim Finanzamt. Also du kannst die, wenn sie rangehen, hier in NRW ist es so, da gibt es so eine Zentrale, also man ruft halt in der Zentrale und wird dann an die verschiedenen Ämter verwiesen und so, aber die sind total nett und man kann die irgendwie alles fragen, weil ich habe gesagt, bitte nicht, wenn ich jetzt was frage, dann weg die schlafenden Hunde.
00:28:57: Sonja Hegel Das macht man nicht. Man kann die wirklich alles fragen und die sind total nett und ich habe halt wirklich gelernt, lieber einmal fragen, dann bist du mit denen nämlich in der Kommunikation, dann helfen sie dir, dann sagen die, was du bist, wann machen kannst, wie du das einreichst und dann ist es viel besser, als wenn man immer diese nassen Hände kriegt, wenn der Brief kommt und man keine Ahnung hat, was da zu machen ist. Lieber mit denen nett kommunizieren, das hilft auf jeden Fall und ist tatsächlich bisher auch mega entspannt gewesen, also im direkten Kontakt. Wenn man jemanden erreicht, das ist nicht immer so einfach bei uns, ehrlich gesagt, aber
00:29:27: Sonja Hegel Na ja. Ja.
00:29:30: Kathi Ja, nee, also man kann echt schon auch mit denen sprechen und die kümmern sich dann auch und da habe ich auch bisher nur gute Erfahrungen, aber auch vor allen Dingen in meinen ersten Jahren mit dem kleinen Unternehmen, da habe ich die auch oft gefragt, mir dann auch manchmal einfach ganz ehrlich gesagt, ach ja, weiß ich jetzt auch nicht, ich frage eine Kollegin und rufe zurück und ich sage, ja, passt wunderbar, ist kein Problem, machen wir genauso und dann kriegt man da auch eine Rückmeldung.
00:29:55: Sonja Hegel Ja, also von daher, genau, eigentlich, vielleicht können wir das so abschließen zu dem Thema, also keine Angst vor dem Finanzamt, die sind eigentlich total nett alle. Wenn da irgendwo eine Zahlung aussteht, vermeintlich, ob es jetzt richtig ist oder nicht, das finde ich immer spannend, dann ist man natürlich als Bürger in der Pflicht, das zu beweisen irgendwie, also sich darum zu kümmern, dass es eben nicht stimmt, da nichts verstreichen lassen.
00:30:07: Kathi Vielen Dank für's Zuschauen.
00:30:16: Sonja Hegel Und dann wäre eigentlich zu dem ganzen Thema, ich weiß nicht, ob du noch was dazu hast, aber eigentlich meine Empfehlung, ja, das einmal zu checken, Rücklagen zu bilden, sich vielleicht beraten lassen, wenn man unsicher ist und diese Fristen einhalten. Und dann geht's eigentlich mit den Steuern, oder? Ja. Faltes Drittes.
00:30:33: Kathi Ja, und ich glaube halt einfach das Wichtigste ist, dass man halt diese magische Kante, so drittes, viertes Geschäftsjahr, einfach so ein bisschen auf den Plan hat, so wie es bei dir jetzt passiert ist, weil ich das einfach von sehr, sehr vielen gehört habe, dass das so die magische Grenze ist.
00:30:47: Kathi Ach so, ja, irgendwie zweites, drittes. Das ist so die Geschichte, dass man da im ersten Jahr gar nicht so unbedingt behelligt wird. Dass das aber dann einfach relativ zeitig kommt, dass ihr das auf dem Schirm habt. Oder dass ihr es vielleicht so macht wie ich, dass ihr zum Beispiel, ich war bei der Apo Bank, die kennen sich natürlich mit Praxisfinanzierungen irgendwo aus, die hatten das dann mit diesen 10.000 Euro extra für Steuern, Rücklagen halt einfach auch
00:30:49: Sonja Hegel Mh.
00:31:14: Kathi extra mit im Programm, dass man solche Sachen auch einfach von Anfang an in der Praxisfinanzierung auch mitbespricht. Dass man sagt, okay, ich hab einen Plan B. Ich weiß, dass mir das diese ersten drei Jahre eine wahnsinnige Sicherheit gegeben hat, dass ich gedacht hab, okay, natürlich hab ich jetzt viel investiert, aber ich weiß, wenn alle Strecke reißen im Notfall ... Natürlich hätt ich da Zinsen zahlen müssen, optimal ist es nicht. Es wär besser, ich hätt's direkt beiseitegepackt. Aber ich wusste, es bricht mir nicht das Genick im Notfall, dass ich einen Plan B hab. Das war für mich schon irgendwie auch wichtig.
00:31:41: Sonja Hegel Ja. Genau. Ich habe alles gebraucht.
00:31:45: Kathi Benutzt habe ich ihn bisher nicht. Ich hoffe, das bleibt so. Ich weiß nicht, was ich euch dann in zwei Jahren in dem Podcast folgen erzähle. Ich habe es ausgeschöpft bis auf den letzten Cent. Nein, ich weiß es nicht. Für Kaffee. Nein, ich trinke kein Kaffee, aber sowas.
00:32:04: Sonja Hegel Na, wir bleiben mal gespannt. Aber in dem Sinne, also genau, keine Angst davor, es ist alles machbar, es haben schon andere geschafft, Leute wie wir bisher zumindest auch. Aber sich mal damit zu beschäftigen macht auf jeden Fall Sinn, damit man eben da nicht in irgendeine kleine Falle reinläuft und dann wird das schon. Ja. Ich auch. Und sag mal, bis zum nächsten Mal.
00:32:25: Kathi Ich wünsche euch viel Erfolg beim Steuerthema. Bis dann!
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